Alle Themenbereiche sind unter dem kritischen Gesichtspunkt der Haushaltsstabilität zu betrachten. Nur wer heute ehrlich rechnet und klug investiert, hat morgen noch Gestaltungsspielraum – für Familien, Sicherheit, Bildung, Gesundheit und eine lebenswerte Stadt mit Kultur- und Freizeitangeboten.

Ingolstadt hat herausfordernde Zeiten vor sich – finanziell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Wir verstehen diese Lage als Aufgabe, Pflicht und Chance zugleich: gerade dann, wenn es eng wird, muss eine Stadt Prioritäten setzen, Ballast abwerfen und neue Wege ermöglichen.

1. Wirtschaft – Finanzen – Haushalt

Ingolstadt braucht solide Finanzen als Fundament für die Zukunft. Wir stehen für ehrliche Haushaltspolitik ohne Schönfärberei. Die Rücklagen sind aufgebraucht, der Zuschussbedarf liegt bei über 60 Millionen Euro jährlich – das erfordert Klarheit und Mut zu unbequemen Entscheidungen.

Wir setzen uns ein für: strikte Haushaltsdisziplin mit klaren Prioritäten, transparente Darstellung aller Kosten bei städtischen Einrichtungen und Beteiligungen, realistische Anpassung der Grundsteuer nach jahrzehntelangem Stillstand – verbunden mit nachvollziehbarer Verwendung der Mehreinnahmen, Effizienzprüfung in der Verwaltung, möglichst Einsparung in der Stadtspitze (3. BGM ehrenamtlich)  und bei städtischen Gesellschaften, vorausschauende Investitionsplanung statt teurer Schnellschüsse, konsequenter Ausbau von Digitalisierung und KI-Einsatz in der Verwaltung, vorausschauende Ausweisung von Gewerbeflächen auch für Mittelstand und Handwerksbetriebe, technologieoffene Ansiedelungspolitik am IN-Campus als Innovations- und Unternehmensstandort.

Für die finanzielle und wirtschaftliche Zukunft Ingolstadts ist auch der Audi-Standort entscheidend. Wir setzen daher auf Batteriekompetenz in Ingolstadt: nicht nur Montage, sondern Qualifizierung, Entwicklung und zusätzliche Fertigungsschritte entlang der Wertschöpfungskette. Gute Kontaktpflege und konstruktiven Austausch mit Audi/VW, einen regionalen Qualifizierungs- und Förderfahrplan sowie Unterstützung von Beschäftigung und Investitionen – damit in Ingolstadt aus der Transformation neue, sichere Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung entstehen.

Dringend erforderlich ist in Anbetracht der fortschreitenden Arbeitsplatzverluste eine Taskforce unter Leitung der Stadt, die gemeinsam mit Audi, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, Maßnahmen zur Standortsicherung und Stabilisierung erarbeiten und in die Umsetzung bringen.

Verantwortungsvolle Finanzpolitik bedeutet: nicht alles gleichzeitig, sondern das Wichtigste zuerst. Familien, Sicherheit, Gesundheit, Bildung – diese Bereiche haben Vorrang. Nur wer heute ehrlich rechnet, kann morgen gestalten. Wir versprechen keine Wunder, sondern solides Wirtschaften im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger.

2. Familie – Senioren – Zusammenhalt

Ingolstadt muss eine Stadt für alle Generationen sein – vom Kleinkind bis zum Senior. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die Familien halten und neue anziehen, die älteren Menschen Teilhabe ermöglichen und den Zusammenhalt stärken.

Jugend braucht verlässliche Räume, Angebote und Mitbestimmung – auch bei knappen Mitteln. Wir stärken Stadtjugendring, Vereine, Kirchen und freie Träger. Förderung wirkt gezielt und transparent. Treffpunkte, Freizeitangebote und feste Ansprechpartner in der Verwaltung sichern Engagement.

Senioren brauchen Verlässlichkeit: barrierearme Wege, erreichbare Beratung und genügend Pflegeeinrichtungen – von Tages- und Kurzzeitpflege bis zu stationären Plätzen und betreutem Wohnen. Wir setzen auf rechtzeitigen Ausbau dort, wo Bedarf ist, und auf Entlastung pflegender Angehöriger durch Hilfsangebote klare Zuständigkeiten und kurze Wege.

Unsere Ziele: bedarfsgerechte und flexible Kinderbetreuung, die unterschiedliche Lebensmodelle berücksichtigt, bezahlbarer Wohnraum für Familien mit ausreichend Platz zum Leben, nicht nur zum Wohnen, massive Unterstützung für Vereine als Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenhalts – durch Entlastung der Ehrenamtlichen, Hilfe bei Ausbildung und Organisation, gezielte Einbindung erfahrener Menschen im Ruhestand, barrierefreie und seniorengerechte Stadtgestaltung mit analogen Zugängen zu wichtigen Angeboten – nicht alles nur digital, konsequente Inklusion von Anfang an, nicht als nachträglicher Zusatz.

Zusammenhalt entsteht nicht in Sonntagsreden, sondern im gelebten Alltag. Wir stärken die Orte, wo Menschen sich begegnen: Vereine, Nachbarschaften, Gemeinschaftseinrichtungen. Eine wachsende Stadt darf ihre Seele nicht verlieren.
 

3. Gesundheitsversorgung

Gesundheitsversorgung zeigt sich im Alltag: kurze Wege, verlässliche Termine, gute Qualität. Das Klinikum Ingolstadt ist das Zentrum der Region und muss stark, leistungsfähig und umfassend ausgestattet bleiben – einschließlich einer verlässlichen Pflege.
In der ambulanten Versorgung erleben viele lange Wartezeiten: bei Haus- und Kinderärzten ebenso wie bei Therapieplätzen für Logo-, Ergo- und Physiotherapie. Das ist Realität – und sie braucht Lösungen.
Pflege steht zusätzlich unter besonderem Druck: Fachkräftemangel, hohe Arbeitsbelastung, Schichtdienst, zu viel Bürokratie und steigende Kosten treffen auf eine älter werdende Bevölkerung. Gleichzeitig leisten viele Angehörige Pflege zuhause – oft am Rand der Belastbarkeit.
Wir setzen uns ein für: aktive Gespräche mit Ärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und Trägern zur Verbesserung der Versorgungslage, Unterstützung bei der Ansiedlung von Hausarzt- und Kinderarztpraxen, Förderung therapeutischer Angebote, attraktive Rahmenbedingungen für medizinisches Fachpersonal und Pflegekräfte (bezahlbarer Wohnraum, Vereinbarkeit), Entlastung durch bessere Abläufe und weniger Bürokratie sowie Unterstützung pflegender Angehöriger durch Beratung und kurze Wege.
Gesundheitsversorgung und Pflege sind Daseinsvorsorge. Als Zentrum der Region tragen wir Verantwortung für Ingolstadt und das Umland.

4. Sicherheit – Öffentlicher Raum – Krisenvorsorge

Sicherheit beginnt im Alltag: auf Plätzen, in Bussen, vor Schulen, in der Innenstadt. Menschen müssen sich sicher fühlen können – und die Stadt muss dafür sorgen, dass Regeln nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch durchgesetzt werden.

Das temporäre Kreuztor-Durchfahrtsverbot ist symbolisch: Wer Regeln aufstellt, muss sie auch kontrollieren. Sonst verlieren sie ihre Wirkung und das Vertrauen schwindet. 

Wir fordern: Die konsequente Kontrolle bestehender Regelungen – und zwar zu den Zeiten, in denen sie gelten. Wir stärken die Sicherheitswacht und städtische Präsenzdienste: sichtbar, ansprechbar, deeskalierend. Wir prüfen rechtssicher den Einsatz digitaler Verkehrsüberwachung, wie ihn andere Städte nutzen, um demokratisch beschlossene Ordnung durchzusetzen. Wir gehen entschlossen gegen Vermüllung, mutwillige Zerstörung und aggressives Verhalten vor. Sicherheit zeigt sich auch im Ernstfall: gut ausgestattete Feuerwehren und technische Hilfs- und Rettungsdienste, funktionierende Notfallpläne, Notstromkonzepte für kritische Infrastruktur, regelmäßige Übungen im Katastrophenschutz.

Sicherheit ist kein Gefühl – sie ist das Ergebnis guter Vorbereitung und konsequenter Umsetzung.

5. Innenstadt – Kultur – Tourismus

Kultur gehört zu Ingolstadt – aber Kulturpolitik braucht Anspruch, nicht nur Zuschüsse. Das Museum für Konkrete Kunst und Design muss nach den Kostenexplosionen jetzt überregional wirken und als echtes Aushängeschild entwickelt werden. Gleichzeitig bleibt unsere Frage beim Hämer-Bau bestehen: Warum ist eine solitäre Sanierung des Festsaals nicht möglich? Diese Debatte ist nicht abgeschlossen.

Die FREIEN WÄHLER haben mit dem Bürgerbegehren gegen die Kammerspiele dafür gesorgt, dass wenigstens noch finanzielle Spielräume für Bildung, Kunst und Kultur erhalten bleiben.

Wir setzen uns seit längerem dafür ein, den Festsaal als gesellschaftlich bedeutenden Veranstaltungsort getrennt vom Theater zu sanieren. Auch wenn es noch immer heißt, das gehe nicht, zeigt die Debatte: Eine getrennte Lösung ist politisch und fachlich ernsthaft zu prüfen. Der Festsaal muss getrennt vom Theater saniert werden – nicht im Goldstandard, sondern im Funktionsstandard. Und während der Sanierung soll das Foyer, wo möglich, als eigenständiger Veranstaltungsort nutzbar bleiben. Pragmatische Lösungen statt Luftschlösser.

Öffentliche Bauprojekte sollen, wo rechtlich möglich, regionale Handwerksbetriebe einbinden. Tourismus soll Wertschöpfung bringen und die Innenstadt beleben – mit hochwertigen Angeboten, die zur Stadt passen.

Wir entwickeln Anziehungspunkte mit Profil: Landesfestung, Industriekultur und Sport. Wir erzählen unsere Themen konsequent weiter – Bier, Geschichte, Frankenstein. Kultureinrichtungen führen wir professionell, mit klaren Zielen und messbarer Wirkung.

Wir schaffen Aufenthaltsqualität und Lebendigkeit bis in den Abend: sicher, sauber, erreichbar und einladend. Subkultur und Nachtleben brauchen Raum und verlässliche Regeln – nicht Willkür.

Die Innenstadt ist das Herz Ingolstadts. Wenn sie schwächelt, leidet die ganze Stadt – Wohnen, Handel, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind zu fördern und an neue Bedürfnisse anzupassen. 

Egal ob Hotel-, Rad- oder Wohnmobiltourismus- alle sind zu unterstützen, denn Tourismus ist kein Selbstzweck, sondern schafft Wertschöpfung, belebt die Innenstadt und sichert Arbeitsplätze. Wer attraktiv sein will, braucht ein stimmiges Gesamtbild: Kultur, Gastronomie, Erreichbarkeit, Sicherheit. Wir stehen für stetige Weiterentwicklung statt Stillstand.

6. Umwelt – Klima mit Augenmaß

Klimaschutz ist eine Aufgabe, die bleibt – aber sie darf die Gesellschaft nicht überfordern. Wir setzen auf Maßnahmen, die wirklich wirken, bezahlbar sind und zur wirtschaftlichen Situation der Stadt passen.

Unsere Prioritäten: realistische Klimaziele statt Symbolpolitik – mit konkreten Maßnahmen, Personal, Zeitplänen und Finanzierung, wirksame Anpassung an Hitze und Starkregen: mehr Bäume, Schatten, entsiegelte Flächen, kluge Regenwasserführung, energetische Sanierung dort, wo es sich lohnt – nicht jede teure Maßnahme bringt den versprochenen Effekt, sichere Radwege und verlässlicher, finanzierbarer ÖPNV – aber keine Politik, die Menschen gegeneinander ausspielt, Klimaschutz, der zur Wirtschaft passt – Unternehmen brauchen Planungssicherheit, keine wechselnden Regeln.

Unser Grundsatz: Erst Wirkung, dann Worte. Jede Maßnahme muss messbar sein – was bringt es, was kostet es, wer setzt es um? Nachhaltigkeit braucht Vernunft, nicht Ideologie. So bleibt Ingolstadt lebenswert und zugleich verantwortlich gegenüber Umwelt, Klima und den Bürgerinnen und Bürgern von heute und morgen.

7. Führung – Orientierung - Bildung

Ingolstadt braucht keine Verwalter, sondern Führung – besonders in schwierigen Zeiten. Führung zeigt sich nicht, wenn alles läuft, sondern wenn Entscheidungen unbequem sind, Prioritäten gesetzt, sowie Zukuftsstrategien entwickelt werden müssen und Ehrlichkeit für die aktuelle Situation gefordert ist.

Wir stehen für: klare Prioritäten statt Wunschlisten – nicht alles gleichzeitig, sondern das Wichtigste zuerst, ehrliche Kommunikation über die Haushaltslage ohne Schönfärberei, Mut zu unbequemen Wahrheiten – auch vor der Wahl (Grundsteuer), verlässliche Umsetzung getroffener Entscheidungen statt endloser Arbeitskreise, vorausschauende Planung bei Schulen, Infrastruktur und städtischen Projekten.

Bei Schulen sehen wir erheblichen Handlungsbedarf: steigende Schülerzahlen erfordern ausreichende Räume – an Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien. Fehlplanung bedeutet mangelhafte Lernbedingungen und verminderte Bildungschancen.

Wir entwickeln das Kita- und Hortangebot verlässlich weiter – auch unter Kostendruck. Explodierende Ausgaben für Betreuung und Verpflegung dürfen nicht ungesteuert wachsen, sondern müssen fair, nachvollziehbar und bezahlbar geregelt werden.

Starke Führung bedeutet: Zuhören, Probleme anpacken, Verantwortung übernehmen, erklären und dann konsequent handeln.

Gute Kommunalpolitik misst sich nicht an Applaus, sondern daran, ob die Stadt handlungsfähig bleibt – 

heute und morgen. 

Dafür stehen die FREIEN WÄHLER Ingolstadt.