25.09.2023
„Versuch eines Popup-Radwegs an der Schloßlände vorzeitig abbrechen“

Pressemitteilung der FREIEN WÄHLER, Stadtratsfraktion

  • Bei der Baustellenschau des Stadtrats zeigte sich: Der Popup-Radweg schafft ein Nadelöhr und produziert Stau stadteinwärts
  • Hans Stachel: „Wir brauchen eine andere Lösung, um alternative Verkehrsmittel in Ingolstadt zu stärken“
  • FREIE WÄHLER appellieren an den Oberbürgermeister und stellen hilfsweise einen gemeinsamen Antrag mit anderen Stadtratsgruppierungen auf Abbruch des Versuchs

Um dem Fahrradverkehr mehr Bedeutung beizumessen und die Bevölkerung für alternative Verkehrsmittel zu begeistern, installieren immer mehr Kommunen sogenannte Popup-Radwege. Auch um neue Ideen der Verkehrs-flächenverteilung zu testen, sind diese Radwege temporär einsetzbar und dienen als günstiger Versuch, bevor man Straßen und Wege neu aufteilt und erstellt. Auch in Ingolstadt gibt es aktuell einen solchen Versuch.

„Die Stadt überplant den Straßenzug zwischen der Frühlingstraße und der Roßmühlstraße / Schutterstraße neu, geleitet von dem Gedanken, Stadt und Donau stärker zu verbinden und den Fluss erlebbarer zu machen, aber auch um eine dauerhafte Verbesserung für den Radverkehr zu erreichen“, sagt Hans Stachel, der Vorsitzende der Ingolstädter Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER. Dafür ist nun in der Diskussion, die Autospuren zwischen Frühling- und Roßmühlstraße zu reduzieren. „Und genau das ist der Knackpunkt“, sagt Hans Stachel. „Bei der Baustellenschau des Stadtrats am Mittwoch an der Schloßlände 

hat sich, wie erwartet gezeigt, dass die fehlende vierte Spur und eine damit verbundene fehlende Abbiegespur nach rechts, einen erheblichen Verkehrsstau produziert“, sagt Hans Stachel. „Wir brauchen an dieser Stelle also eine andere Lösung, um den Fahrradverkehr zu stärken, und den KFZ-Verkehr nicht über Gebühr zu belasten.“

Die FREIEN WÄHLER sind deshalb Teil eines Gemeinschaftsantrags im Stadtrat und eines offenen Briefes an den Oberbürgermeister, um diesen Versuch des Popup-Radwegs vorzeitig abzubrechen. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Ärgernis auf Dauer“, sagt Hans Stachel. „Denn mit der derzeitigen Verkehrsflächenverteilung zwischen Fußgänger, Radfahrer und KFZ-Verkehr an dieser Stelle schaffen wir ein Nadelöhr und belasten die Verkehrssituation in der Innenstadt zusätzlich und unnötig. Auch die im Störfall (Unfall bzw. Baustellen, Sperrungen) hilfreiche Bypassfunktion der Schloßlände, als alternative Ost-Westverbindung, wird behindert und die Zufahrtsmöglichkeit zur Innenstadt und den Parkeinrichtungen wird mit der jetzigen dreispurigen Testvariante erheblich erschwert. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein – obwohl uns allen klar ist, dass es natürlich auch alternative Verkehrskonzepte in der Stadt braucht.“

Eine Möglichkeit könnte es beispielsweise sein, den Rad-/Fußweg auf der Donauseite zu verbreitern und auf der Nordseite die Wegbreite für Fahrräder und Fußgänger auf ein notwendiges Maß zu reduzieren, um einen fließenden KFZ-Verkehr zu ermöglichen und den Radfahrern den nötigen Raum für eine sichere Radwegenutzung zu ermöglichen. “Aus Sicht unserer Fraktion der FREIEN WÄHLER muss die Schloßlände vierspurig- bleiben (zwei Fahrspuren in jede Richtung) und die rechte Spur stadteinwärts benötigt eine Abbiegemöglichkeit nach rechts in die Roßmühlstraße“ fordert der Fraktionsvorsitzende der FREIEN WÄHLER, Hans Stachel. „Ich bin mir sicher, dass dies von sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern, die diese Verkehrsbeziehung regelmäßig nutzen genauso gesehen wird. Ich habe daher große Hoffnung auch weitere Unterstützung im Stadtrat für die Beibehaltung der vier Fahrspuren zu finden“.