18.08.2023
FREIE WÄHLER „Ingolstadt braucht einen Notfallverbund“

Pressemitteilung der FREIEN WÄHLER, Stadtratsfraktion

  • Die FREIEN WÄHLER stellen im Stadtrat einen erneuten Antrag auf ein Maßnahmenpaket zum Schutz der kulturellen Güter bei einem Schadensereignis
  • Katastrophen, wie die Flut in Ahrweiler, haben dabei auch gezeigt, dass ein Notfallverbund hilfreich ist
  • Seit dem Jahr 2018 kämpft die Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER für ein schlüssiges Konzept für Ingolstadt

Die Bilder der Flutkatastrophe in Ahrweiler haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Von einem Moment auf den nächsten sind viele Menschen im Juli 2021 obdachlos geworden. Aufgrund dieser persönlichen Schicksale nahm allerdings kaum jemand Notiz, was mit den dort gelagerten und ausgestellten wertvollen kulturellen Gütern passierte. So kam es – fast unbemerkt – zum ersten erfolgreichen Einsatz des Karlsruher Notfallverbunds und damit der Rettung von Kulturgütern aus dem Katastrophengebiet.

Bei einem Notfallverbund „verbünden“ sich zusammengeschlossene Einrichtungen, um wertvolle Kulturgüter und Kunstgegenstände zu retten. Sie leisten gegenseitig Hilfe, wenn massive Schäden eintreten, also beispielsweise Überschwemmungen, Brände und Stromausfälle. „Ein solches Ereignis kann jederzeit unvermittelt passieren. Deshalb müssen die Kommunen und die Städte darauf vorbereitet sein“, sagt Hans Stachel, der Vorsitzende der Ingolstädter Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER. „Wir FREIE WÄHLER haben die Notwendigkeit eines solchen Notfallverbunds für Ingolstadt bereits früh erkannt.“

Hans Stachel erinnert dabei an einen Großbrand im Jahr 2018, nur einen Tag nach dem Raffinerieunglück in Vohburg: „Von der Ingolstädter Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet zerstörte ein Großbrand das brasilianische Nationalmuseum, wobei das kulturelle Gedächtnis Südamerikas weitgehend vernichtet‘ wurde.“

Dies hätten die FREIEN WÄHLER als Anlass genommen, im Jahr 2018 einen Antrag im Stadtrat zu stellen, indem sie die Verwaltung aufforderten, für die kulturellen Ingolstädter Objekte Priorisierungslisten und Objektinfos zu erstellen und die Einsatzleitung der Hilfskräfte daran anzupassen. Im Jahr 2022 stellte die Verwaltung deshalb im Stadtrat sowie im Ausschuss für Kultur und Bildung das aktualisierte Maßnahmenpaket im Unglücksfall vor. „Allerdings mussten wir dabei leider feststellen, dass auch vier Jahre nach unserem Antrag immer noch kein Konzept erkennbar ist, aber in Arbeit“, sagt Hans Stachel. „Wir lassen aber nicht locker und bringen nun einen weiteren Antrag zu diesem Thema in den Stadtrat ein.“ Darin fordern die FREIEN WÄHLER die Verwaltung auf, umfassend Bericht über die bisherigen erfolgten Maßnahmen und Tätigkeiten zu erstatten sowie ein schlüssiges Konzept zum Thema Notfallverbund in Ingolstadt vorzulegen. „Ein Unglück, das wertvolle kulturelle Güter in Ingolstadt bedroht, kann jederzeit passieren. Deshalb brauchen wir endlich einen durchdachten Plan, was bei einer solchen Katastrophe zu tun ist und wer uns dabei unterstützt“, sagt Hans Stachel. Beispiele dafür gibt es in vielen Städten z.B. auch in Coburg. Eine naheliegende Möglichkeit wäre es, einen Notfallverbund mit regionalen Museen, Bibliotheken und Archiven oder sogar überregional mit Einrichtungen in München, Nürnberg, Regensburg oder Augsburg zu gründen, der dann Erste Hilfe bei einem Unglück leisten könnte. Auch dies ist Teil des Antrags der FREIEN WÄHLER im Stadtrat.